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Rezension: So sieht es also aus wenn ein Glühwürmchen stirbt* von Maike Voß

Bewertung: 1 von 5.

Viola und Leon sind beste Freunde. Zumindest bis zu einer gemeinsamen Nacht. Diese hätte die beiden zu mehr als Freunden machen können, doch genau das Gegenteil ist der Fall. Am Morgen danach verlässt Viola voller Panik Leons Wohnung und bricht den Kontakt zu ihm ab. Für ihn bricht eine Welt zusammen, denn schon lange empfindet er für sie viel mehr als Freundschaft. Das ironisch ist, auch Viola geht es so. Doch aufgrund von ihren bisherigen, ziemlich traumatischen Erfahrungen mit Männern, fühlt sie sich von Leon hintergangen und will ihn nie wieder sehen.

Character (1/10)

Puh Leute, das wird für mich keine angenehme Rezension. Aber lasst uns einfach mal mit unseren Protagonisten beginnen. Viola mochte ich leider von Anfang an nicht. Ich hatte stellenweise Verständnis dafür, dass sie Männern gegenüber misstrauisch ist, da sie wirklich schlechte Erfahrungen gemacht hat. Aber ehrlich gesagt hat sie es sich alles ein bisschen zu stark selbst eingeredet und ich fand es irgendwie lächerlich jemand, als seinen besten Freund zu bezeichnen und dann so wenig Vertrauen zu der Person zu haben, wie das bei Viola und Leon der Fall war. Leon mochte ich zu Beginn der Geschichte tatsächlich richtig gerne und dann ging es irgendwann den Berg hinab. Am Anfang war ein super süßer und netter Kerl. Doch im Laufe der Handlung wurde sein Verhalten einfach furchtbar. Und was noch dazu kam, war, dass sich beide Charakter total misogyn verhalten haben. Es wurden in dem Buch so viele Aussagen getroffen, die ich wahnsinnig problematisch finde. Mir erschließt sich bis jetzt noch nicht, warum beispielsweise über blonde, stark geschminkte Frauen (die nicht mal irgendwas zur Handlung beigetragen haben) so abfällig gesprochen werden musste. Und auch wie Leon über seine Ex-Freundin später gedacht hat, fand ich schon ziemlich eklig.

Ich füge hier einfach mal ein paar Zitate ein, damit ihr ein besseres Bild bekommt:

„Warum beschweren sich Frauen, wenn ihre Typen ihnen erklären, dass sie geliebt werden, weil sie hübsch sind? Wäre es ihnen umgekehrt lieber?“ (S. 9)

„[…] und wendet sich dann wieder der Blonden mit den zu stark geschminkten Lippen und übertuschten Wimpern zu. Ob sie auch ohne den ganzen Kram gut aussehen würde? Bezweifle ich.“ (S. 80)

„Die Platinbarbie, die weniger geschminkte, aber ich wette, auch bei der ist das Haarfärbemittel ins Hirn geflossen.“ (S. 86)

„Ich bin nicht so eine.“ (S. 86)

„Hat sie es so nötig?“ (S. 121)

Ich höre mal an dieser Stelle auf, es gibt von sowas aber noch deutlich mehr in dem Buch und ich persönlich empfinde das als wahnsinnig problematisch und misogyn. Hier werden Frauen so stark herabgewürdigt, nur das nur, weil sie ein bestimmtes äußeres Erscheinungsbild haben. Genauso wird deutlich gemacht, dass es sozusagen „gute Frauen“ gibt und dann solche, die „solche Frauen sind“ oder „es nötig haben“.

Atmosphere (2/10)

Ich habe mich persönlich in dem Buch überhaupt nicht wohlgefühlt. Einerseits wegen dem, was ich gerade schon ausführlich beschrieben habe, andererseits auch einfach, weil das Buch eine wahnsinnig negative Grundstimmung hat. Kann man sicher auch mögen, aber bei mir war es einfach nicht der Fall.

Writing Style (4/10)

Beim Schreibstil habe ich die meisten Punkte gegeben, da die Autorin auch wirklich, wirklich schöne Sätze in das Buch eingearbeitet hat. Davon hatte ich mir auch einige markiert. Leider hat es aber nicht ansatzweise wettmachen können, wie schlimm ist wiederum andere Aussagen finde.

Plot (2/10)

Die Handlung des Buchs konnte mich persönlich auch nicht von sich überzeugen. Der Ansatz der Geschichte hat mich natürlich angesprochen, sonst hätte ich das Buch gar nicht erst gelesen. Aber für mich war die Umsetzung leider nicht gut. Wie bereits gesagt konnte ich Violas Beweggründe bis zu einem bestimmten Grad verstehen, aber dann ging es einfach viel zu weit darüber hinaus.

Intrigue (2/10)

Ich habe an dem Buch zwei Wochen gelesen, was ziemlich lange ist, wenn es nur 300 Seiten gibt. Aber da ihr ja die bisherige Rezension gelesen habt, könnt ihr vielleicht nachvollziehen, dass ich es sehr oft aus der Hand gelegt und dann auch nicht allzu bald wieder danach gegriffen habe.

Logic (2/10)

Geht für mich mit den Charakteren und Handlung Hand in Hand. Ich konnte Violas Verhalten im Großen und Ganzen nicht nachvollziehen und fand, dass es im Laufe der Handlung auch eher schlimmer als besser wurde. Hier kommen dann auch noch so Dinge hinzu, wie dass die beiden Protagonisten seit Jahren befreundet sind, aber eigentlich nicht viel übereinander wissen. Außerdem sollte doch ein gewisses Vertrauen die Grundlage von einer Freundschaft sein. Sowas gab es bei den beiden gar nicht.

Enjoyment (2/10)

Ich denke hierzu muss ich nicht mehr viel sagen, oder? Es gab einfach zu viel, was mich gestört hat, um an dem Buch Freude gehabt zu haben.

Fazit (2,1/10)

Mir tut es echt leid, dem Buch eine so schlechte Bewertung geben zu müssen, da die Autorin sicher super nett ist und sich viel Mühe mit der Geschichte gegeben hat. Aber ich kann leider eine bessere Bewertung nicht vertreten. Ich habe ja bereits die ganzen Dinge angesprochen, die ist problematisch fand. Da waren sicherlich auch einige subjektive Dinge dabei, wie dass ich die allgemeine Stimmung des Buchs nicht mochte. Aber wie Frauen teilweise dargestellt und herabgesetzt wurden, ist für mich persönlich einfach nicht in Ordnung.


Produktdetails:
  • Seitenanzahl: 304
  • Erscheinungsdatum: 28.02.2019
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3-423-79043-7
  • Verlag: dtv bold
  • Autor:in: Maike Voß

* Dieses Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.


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