Rezensionen

Rezension: Royal Blue* von Casey McQuiston

Bewertung: 4 von 5.

„Sometimes you just jump and hope it’s not a cliff.“

Casey McQuiston

Alex Claremont-Diaz ist der Sohn der amerikanischen Präsidentin und Liebling der Nation. Sowie Prinz Henry der Liebling Großbritanniens ist. Nur gegenseitig können sich die beiden jungen Männer so gar nicht ausstehen. Glücklicherweise sehen sie sich nicht allzu oft. Als sie sich dann jedoch bei einer britischen Adelshochzeit begegnen, fliegen dafür so richtig die Fetzen. Nachdem dies in den Medien Publik wird und sich die Beziehung zwischen den USA und England verschlechtert, wird dringend Schadensbegrenzung notwendig. Alex und Henry müssen über die nächsten Monate den Medien weißmachen, dass sie beste Freunde sind. Was als Feindschaft beginnt wird schnell zu Freundschaft und schließlich vielleicht sogar zu mehr als das. Doch kann die Politik solch eine Verbindung akzeptieren?

Charaktere:

Die Charaktere in „Royal Blue“ sind meiner Meinung nach sehr detailliert und realistisch ausgearbeitet. Der Leser lernt sehr viele Menschen kennen und bekommt auch wirklich das Gefühl, diese greifen zu können. Sie werden sehr genau beschrieben und mit Eigenschaften und Geschichten porträtiert. Was mir vor allem gut gefallen hat, ist die Entwicklung zwischen Alex und Henry. Ich will an dieser Stelle nicht zu viel vorwegnehmen, da ich finde, man sollte selbst ergründen können, wie und wodurch es sich wandelt. Was ich aber auf jeden Fall sagen kann, ist, dass es sich wirklich realistisch angefühlt hat wie aus Hass, erst Freundschaft und später mehr wurde. Die Geschichte zeigt, dass man ein Buch nicht nach seinem Einband beurteilen sollte. Oft hat man doch mehr Gemeinsamkeiten, als man zunächst glauben möchte. Großartig fand ich auch, dass man so viele Einblicke in Alexs Familiendynamik, sowie allgemein in die Dinge, welche in ihm und Henry vorgehen, bekommen hat. Worüber sie nachdenken, was sie beschäftigt, wie sie damit umgehen. Wie gesagt, ich empfand die Charaktere und ihre Beziehungen als sehr ausgefeilt.

Schreibstil/Spannungsbogen:

Der Schreibstil des Buchs war wirklich fantastisch! Das spielt ja bereits in meine Meinung zu den Charakteren hinein. Es war wirklich so ausführlich beschrieben, dass der Leser sich in diese ‚Welt‘ gut hineinversetzen konnte und sich ein bisschen gefühlt hat, als kenne er die Figuren tatsächlich selbst. Außerdem schreibt die Autorin wahnsinnig humorvoll. Ich musste sehr oft beim Lesen lachen. Ich persönlich liebe ja Film- und Serienerwähnungen in Büchern und das war hier oft der Fall. Gerne mochte ich auch, dass die Handlung teilweise auch durch E-Mails oder SMSen zwischen Alex und Henry rübergebracht wurde. Sowas lockert meiner Meinung nach den Lesefluss immer sehr angenehm auf. Was den Spannungsbogen betrifft, ist hier meine persönliche Kritik angesiedelt. Im Laufe des Buchs, vor allem im letzten Drittel, nimmt das Buch sehr viel Bezug auf Politik und den Wahlkampf von Alex Mutter. Natürlich ist das sehr realistisch, denn schließlich geht es in dem Buch ja darum, ob die Politik bereit ist seine konservativen Denkweisen endlich hinter sich zu lassen. Dennoch war es mir persönlich zu viel. Ich empfand es phasenweise als relativ uninteressant und hatte das Buch deswegen auch öfters weggelegt.

Fazit:

Für mich war „Royal Blue“ ein wirklich tolles und humorvolles Buch. Ich mag den Stil der Autorin sehr gerne. Sie ist fantastisch im Schaffen von Charakteren und einer eigenen Buchrealität. Das einzige, was mir im letzten Drittel gefehlt hat, ist etwas mehr Spannung. Das ist aber eine vollkommen subjektive Meinung. Jemand der Politik und den Wahlkampf von Alex Mutter interessant findet, wird sicherlich auch am letzten Drittel viel Freude haben. Alles in allen kann ich das Buch wirklich nur empfehlen und freue mich bereits auf das nächste Buch der Autorin! Solltet ihr „Royal Blue“ noch nicht kennen, dann schaut es euch unbedingt mal an. Vielleicht greift ihr sogar zur englischen Originalausgabe. Eine Freundin meinte, die sei sogar noch besser.


Gastbeitrag zum Buch:

Mich hat „Royal Blue“ total begeistert! Die Geschichte von Henry und Alex hat mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen. Normalerweise habe ich häufiger Probleme mit „Hate to Love“ Geschichten, da ich den Übergang zu unrealistisch finde. Bei Henry und Alex war aber einfach alles perfekt! Die beiden bringen unglaublich viel Humor ins Buch und ich musste an einigen Stellen lachen. Aber auch ernste Themen kommen nicht zur kurz. Die beiden treffen, auch aufgrund ihrer Positionen, auf einigen Widerstand, den sie aus dem Weg räumen müssen. Das wurde aber meiner Ansicht nach sehr authentisch und mit viel Hoffnung und Optimismus getan. Insgesamt ist „Royal Blue“ ein geradezu zuckriges liebenswürdiges Wohlfühlbuch, bei dem Humor, Glücksgefühle und auch ernste Themen nicht auf der Strecke bleiben. Definitiv jetzt schon eins meiner Jahreshighlights aus 2020!


Produktdetails:

  • Seitenanzahl: 464
  • Erscheinungsdatum: 01.04.2020
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3-426-52615-6
  • Verlag: Knaur Taschenbuch
  • Autor*in: Casey McQuiston
  • Originaltitel: Red, White & Royal Blue
  • Übersetzer*in: Hannah Brosch

* Dieses Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.


Meine Rezension findet ihr des Weiteren auf:


Das Buch ist erhältlich bei:

* bei kadegu (Kaufhaus des Guten), werden 10 Cent pro Bestellung an ein Kinderhilfsprojekt gespendet.

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