Rezensionen

Rezension: Unter einem guten Stern* von Minnie Darke

Bewertung: ★ ★ ★

Justine und Nick kennen sich seit ihrer Kindheit. Die beiden haben kaum einen Tag getrennt voneinander verbracht, bis Nick’s Familie umzog. Erst als Justine und Nick schließlich im Teenageralter waren, sahen sie sich für ein Wochenende wieder. Zunächst gingen sich die beiden aus dem Weg, zu lange hatten sie einander nicht mehr gesehen und zu sehr hatten sie sich verändert, um an die gemeinsame Zeit einfach anknüpfen zu können. Doch als die Familien die beiden förmlich nötigten allein auf eine Kirmes zu gehen, kommen sie sich doch noch näher. Und zwar um einiges näher als gedacht. Sie landen mit einer Flasche Alkohol am Strand. Justine und Nick teilen von nun an auch ihren ersten Kuss miteinander. Als Justine am nächsten Morgen Nick nicht verabschieden möchte, zieht dieser seine Schlüsse. Dabei kommt ihn gar nicht in den Sinn, dass Justine ihn meidet, weil sie zu viel anstatt zu wenig für ihn empfindet. Die Jahre vergehen und Justine schafft es ihren großen Traum wahrzumachen. Sie ist Journalistin eines angesehenen Magazins geworden. Eines Tages auf ihrem Weg nach Hause begegnet sie plötzlich erneut ihrer Jugendliebe Nick. Dieser ist vor kurzen in die Stadt gezogen und genauso überrascht Justine wiederzusehen. Prompt entscheiden sie sich den Abend gemeinsam zu verbringen, sie schwelgen in einigen Erinnerungen und schließlich fragt Nick nach Justines Nummer. In den folgenden Tagen wartet Justine sehnlichst auf seinen Anruf … doch während sie denkt er habe kein Interesse, da er nicht anruft, denkt Nick, sie habe kein Interesse, da sie nicht einmal nach seiner Nummer gefragt hatte.

Justine entschließt sich schließlich das Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Bei ihrem Gespräch mit Nick hat sie erfahren, dass er an die Horoskope glaubt, welche in dem Magazine, für das sie arbeitet, abgedruckt werden. Und wie der Zufall so will, ist sie momentan für das Abtippen dieser verantwortlich … da kann man doch einfach mal ein bisschen an den ein oder anderen etwas verändern, sodass Nick vielleicht doch noch eine alte Freundin aus seiner Jugend anruft, nicht wahr? Tja, aber ganz so leicht geht es natürlich nicht über die Bühne … Horoskope lassen ja doch einen gewissen Interpretationsspielraum und Nick liest gerne zwischen den Zeilen. Man könnte also sagen Justine macht alles noch viel schlimmer als vorher. Doch haben die Sterne vielleicht dennoch ein Happy End für die Beiden vorgesehen? Und was hat ein verletzter Streuner mit alle dem zu tun?

Charaktere:

Justine ist sehr schlau, strukturiert und zielstrebig. Bereits zu Schulzeiten war sie eine der Klassenbesten. Ihr Gedächtnis ist nahezu übermenschlich, sie erinnert sich immer noch an Bücher und Gedichte aus ihrer Kindheit und kann dieses Wort für Wort aufsagen. Sie hat ihr Leben und Beruf also vollstens im Griff … doch was sie so gar nicht im Griff hat, ist ihr Liebesleben. Sie macht sich die Dinge im Buch wirklich unnötig schwer. Als Erstes fragt sie nicht nach Nicks Nummer, weil sie will, dass er sie anruft. Nicht, dass er gar kein Interesse an ihr hat! Als er dies jedoch nicht tut, sie, aber zufällig herausfindet wo er arbeitet, geht sie nicht einfach dorthin und fragt, ob sie sich noch einmal verabreden wollen … nein, sie schreibt lieber Horoskope um, weil das ja auch so eine Idee ist, bei der nichts schiefgehen kann …

Schließlich setzt sie sogar ihren Job aufs Spiel, um weiter an den Horoskopen basteln zu können. Versteht mich nicht falsch, ich fand diese Buchidee wirklich großartig und habe es mir total witzig vorgestellt dieses Buch zu lesen. Nur leider fand ich die Umsetzung doch ganz schön unrealistisch und die Szenarien, die geschaffen wurden, waren gar nicht mal so lustig wie gedacht, sondern eher chaotisch und frustrierend, weil alles nach hinten losgegangen ist.

Im Gegensatz zu Justine ist Nick ein ziemlicher Chaot. Er hat sein Leben nicht unbedingt im Griff, sein Ziel ist es Schauspieler zu werden und das nötige Talent hat er dafür auch … aber irgendwie will der Erfolg sich einfach nicht einstellen. Er ist gezwungen sich mit Nebenjobs als Maskottchen oder Kellner über Wasser zu halten. Was ja an sich auch gar nicht so schlimm wäre, hätte er nicht ein bekanntes Model als Freundin, welche möchte, dass er die Schauspielerei endlich aufgibt und sich einen festen Job sucht, damit die beiden ein geregeltes Leben zusammen aufbauen können.

Was man sagen muss, ist das Justine und Nick wirklich niedlich zusammen sind. Man merkt, dass sie sich, trotz der langen Trennung, nahezu blind verstehen und immer nur das Beste für den anderen wollen. Dementsprechend hat es mich ziemlich deprimiert, dass alles so schieflief. Für mich persönlich war an dem Buch ebenfalls problematisch, dass es wirklich viele Nebenhandlungen gibt. Anfangs mochte ich das noch sehr gerne, man liest aus der Perspektive der unterschiedlichsten Charaktere einen Ausschnitt und am Ende fügt es sich in die Gesamthandlung ein. Zunächst eine wirklich schöne Idee … problematisch wird es nur, wenn die Nebenhandlungen mehr Seiten als die Haupthandlungen einnehmen. Das heißt, man muss sich durch viele Einzelgeschichten lesen, bevor man schließlich mal wieder ein Kapitel über die Protagonisten lesen kann. Und, dass sich all diese Nebengeschichten so perfekt in die Haupthandlungen integriert haben, lässt das ganze Buch sehr konstruiert wirken. Natürlich geht es um die Sterne und das Schicksal … aber ab einem gewissen Punkt ist es leider nicht mehr wirklich glaubwürdig wie viele kleine Ereignisse zum großen Ganzen beigetragen haben.

Schreibstil/Spannungsbogen:

An sich hat mir der Schreibstil sehr gut gefallen. Er war mal ein bisschen anders als die Norm, aber durchaus positiv und angenehm gemeint. Auch hier ist für mich die Problematik, dass es durch die vielen Nebenhandlungen sehr langatmig wurde. Der Spannungsbogen war dementsprechend für mich auch leider sehr flach. Ich hätte mir gewünscht, dass die Haupthandlung mehr im Fokus gestanden hätte, beziehungsweise, dass die Nebenhandlungen reduziert wurden wären. Schließlich umfasst das Buch auch nahezu 600 Seiten, was ziemlich viel für einen Liebesroman ist. Das Buch hatte leider nicht genug Spannung, um diese fast 600 Seiten für den Leser dauerhaft interessant zu füllen.

Fazit:

„Unter einem guten Stern“ hat eine sehr süße, außergewöhnliche und witzige Geschichte aufzuweisen. Vor allem Leser, die sich ein wenig (oder auch gerne sehr) für Horoskope, Astrologie oder ähnliches interessieren, könnten durchaus an diesem Buch gefallen finden. Auch der Schreibstil macht es für den Leser angenehm in die Geschichte einzusteigen. Worauf potenzielle Leser jedoch gefasst sein sollten, ist, dass es Phasenweise durchaus ein wenig langatmig werden kann. Zu empfehlen wäre es Lesern, die beispielsweise gerne Kurzgeschichten mögen. Wenn man gerne vielen kurzen Geschichten folgt, statt einer dauerhaft, dann könnte „Unter einem guten Stern“ genau das Richtige für den- oder diejenige sein. Für mich war das Buch leider nur im Mittelfeld, da mich viele Nebenhandlungen eher dazu bewegen, dass Buch alle paar Kapitel erst einmal aus der Hand zu legen, aber natürlich ist jede Rezension subjektiv und meine Kontraargumente können für wen anders Proargumente sein 😉


Produktdetails:

  • Seitenanzahl: 576
  • Erscheinungsdatum: 21.10.2019
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3-442-48947-3
  • Verlag: Goldmann Verlag
  • Autor: Minnie Darke
  • Originaltitel: Star-crossed
  • Übersetzer: Stefanie Retterbush

* Dieses Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.


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