Rezensionen

Rezension: Was für immer bleibt* von Vanessa Carnevale

Bewertung: ★ ★ ★ ★

Als Gracie im Krankenhaus aufwacht, muss sie feststellen, dass sie keinerlei Erinnerung an ihr Leben hat. Selbst an die Frau die sich als ihre beste Freundin vorstellt, kann sich Gracie kein bisschen erinnern. Das Einzige voran sie sich vage zu erinnern scheint, ist ihre Mutter, welche laut Scarletts Aussage allerdings bereits vor einigen Jahren verstarb. Gracie ist vollkommen überfordert und stößt deshalb jeden der ihr helfen möchte weg. Scarlett ist die Einzige die Gracie ansatzweise in ihrer Nähe akzeptiert und von der sie sich ein wenig helfen lässt. Aber nur unter der Bedingung, dass Scarlett Gracie nichts über ihre Vergangenheit erzählt. Schon gar nicht irgendwas, dass mit Gracies Verlobten zusammenhängt. 

Gracie hat wahnsinnige Angst davor, durch Geschichten aus ihrer Vergangenheit zu Empfindungen und Vorlieben manipuliert zu werden, welche gar nicht der Wahrheit entsprechen. Ihre beste Freundin versucht ihr dennoch immer wieder nahezulegen ihr altes Leben wieder aufzunehmen und dazu gehört nicht nur wieder zur Arbeit zu gehen, sondern auch endlich mit Blake zu sprechen. Doch als sich Gracies Maklerin meldet, weil sie endlich einen Interessenten für die Blumenfarm ihrer Mutter gefunden hat, trifft Gracie eine vollkommen andere Entscheidung für ihr Leben. Anstatt das Anwesen wie geplant zu verkaufen, entschließt sie sich auf die Farm zu ziehen und ihr Leben neu zu beginnen. Ihre Hoffnung besteht darin alleine ihre Erinnerungen wiederzufinden und damit auch die Gefühle für Blake. Doch je mehr Zeit sie auf Summerhill verbringt, desto mehr Gefallen findet sie an ihrem neuen Leben … und ihrem Nachbarn Flynn.

Charaktere:

Zu Anfang mochte ich Gracie nicht so wirklich. Natürlich ist es eine mehr als furchtbare Erfahrung ohne Gedächtnis aufzuwachen. Ich kann nicht beurteilen, wie man mit solch einer Situation tatsächlich umgehen würde, aber für mich als Leser erschien es mir persönlich unrealistisch, dass man alle die einem (angeblich) nahestehen wegstößt und nichts über sich oder sie erfahren möchte. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass man tatsächlich alle anderen so vehement wegstoßen würde, aber das ist natürlich nur eine Vermutung. Nachdem Gracie eine Weile auf Summerhill verbracht hatte, wurde sie mir dann aber durchaus sympathischer. Man hat gemerkt, dass sie langsam begann sich selbst kennenzulernen und im Zuge dessen auch anderen Menschen wieder ein wenig Raum gegeben hat, auch, wenn sie vor allem Blake immer noch auf Distanz hielt. Was ich sehr schön zu verfolgen empfand, war wie Gracie ihre Liebe zu den Blumen und die Verbindung zu ihrer Mutter nach und nach entdeckte. Ich mochte des Weiteren, dass dargestellt wurde wie viel Freude eine Geste wie Blumen bei einem Menschen auslösen kann.

Nicht nur Gracie, sondern auch ihre beste Freundin Scarlett und ihren Verlobten Blake empfand ich zu Beginn des Buchs als ziemlich anstrengend. Auch, wenn ich den beiden zustimme, dass Gracies Verhalten nicht das Beste war, fand ich noch schlimmer, dass die beiden einfach nicht locker gelassen haben. Blake hat immer wieder Briefe geschrieben oder stand vor Gracies Tür, obwohl diese mehr als deutlich gemacht hat, dass sie das nicht möchte. Worauf Scarlett dann Gracie ebenfalls in den Ohren lag, dass sie doch endlich mit Blake sprechen solle. Natürlich ist es auch für Scarlett und Blake eine schlimme Erfahrung und sie wollen nur Gracies bestes und sie unterstützen, aber, wenn sie schon so deutlich macht, dass sie Freiraum braucht, dann sollte man ihn ihr auch gewähren.

Wen ich hingegen sehr gerne mochte war Gracies Nachbar Flynn. Er war stets bemüht ihr zu helfen und hat sein Bestes getan Gracie bei der Findung ihres neuen Ichs, sowie ihres neuen Lebens zu unterstützen. Flynn gab ihr Ratschläge à la „du solltest das tun was dich begeistert, anstatt zu tun, was du denkst was andere von dir erwarten“. Und nicht nur durch Gespräche hat er ihr sehr geholfen, er war auch eine wichtige Stütze beim Bewirtschaften der Farm.

Wen ihr schon die ein oder andere Rezension von mir gelesen habt, dann wisst ihr, dass ich an Büchern sehr schätze, wenn einige Nebencharaktere auch ein wenig näher beleuchtet werden. Bei „Was für immer bleibt“ war dies durchaus der Fall und hat mir wirklich gut gefallen. Also freut euch schon Mal Charlie, den liebenswerten Esskastanienverkäufer, sowie Tilly, die Blumenverkäuferin mit harter Schale aber umso weicheren Kern, kennenlernen zu dürfen.

Schreibstil/Spannungsbogen:

Dadurch, dass ich die Charaktere zu Beginn nicht so gerne mochte, empfand ich den Einstieg im Allgemeinen als sehr holprig und auch als etwas unangenehm zu Lesen. Nach und nach mochte ich es dann glücklicherweise immer mehr und habe schließlich das letzte Drittel an einem Stück gelesen. Die Meinung zum Spannungsbogen ist, denke ich, ein wenig vom Leser abhängig. Es gab eine sehr große Wendung im Buch, welche ich bereits frühzeitig durchschaut hatte, wodurch für mich persönlich da ein wenig Spannung verloren ging. Ich könnte mir allerdings auch gut vorstellen, dass es für manche Leser nicht so durchschaubar ist, wodurch eine ordentliche Überraschung gewiss sein dürfte. Alles in allen war der Großteil des Buchs angenehm zu lesen und hat mich so weit auch ganz gut unterhalten können.

Fazit:

Wenn euch der Klappentext anspricht, ihr nicht übermäßig hohe Erwartungen an einen Liebesroman habt und es in Ordnung findet ein wenig länger zu brauchen, um in die Handlung einzusteigen, dann könnt ihr euch „Was für immer bleibt“ ruhig Mal anschauen. Ich fand das Setting auf einer (angehenden) Blumenfarm sehr schön und mal etwas anderes. Außerdem konnte das Buch auch mit einigen süßen und romantischen Szenen aufwarten. Ich persönlich mag immer gerne, wenn ein Buch darauf hinausläuft, dass die Dinge immer so kommen wie sie kommen sollen und das sich findet, was sich finden soll. ♥


Produktdetails:

  • Seitenanzahl: 352
  • Erscheinungsdatum: 19.08.2019
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3-7457-0024-4
  • Verlag: Mira Taschenbuch Verlag
  • Autor: Vanessa Carnevale
  • Originaltitel: The Memories That Make Us
  • Übersetzer: Carolin Zaniewicz

* Dieses Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.


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