
Rezension
The Rose Bargain Sasha P. Smith
Klappentext:
Welchen Preis bist du bereit zu zahlen?
London 1848: Zur Heiratssaison stehen die jungen Adligen Schlange vor Fae-Königin Moryens Thron. Denn ein mit ihr geschlossener Rose Bargain verheißt Schönheit und Reichtum – für einen Preis.
Als Kronprinz Bram verkündet, in dieser Saison seine Braut zu wählen, schafft es die in Ungnade gefallene Ivy überraschend unter die sechs Favoritinnen. Doch aus dem eleganten Wettstreit wird schnell blutiger Ernst. Und Ivy darf auf keinen Fall Brams Bruder Emmett zu nahe kommen, wenn sie ihr Herz – und ihren Kopf – behalten will.
Meine Meinung:
„The Rose Bargain – Hof der Dornen“ hat mich schon nach wenigen Kapiteln stark an Selection erinnert. Ein Haufen junger Frauen konkurriert um das Herz eines Prinzen und hofft dadurch auf einen gesellschaftlichen Aufstieg. Zwar stammt Ivy, anders als America, nicht aus der Unterschicht, doch durch das Verhalten ihrer Schwester hat ihre Familie stark an Ansehen verloren und wurde aus den gewohnten Kreisen ausgeschlossen.
Auch die Ausgangssituation ähnelt Selection: Ivy hat zunächst gar nicht das große Ziel zu gewinnen. Allein ihre Teilnahme bietet ihrer Familie bereits eine Chance, ihren Ruf wieder zu verbessern. Im Laufe der Geschichte lernt sie jedoch Seiten am Prinzen kennen, die ihn für sie immer interessanter machen. Anders als bei Selection gibt es hier allerdings noch einen zweiten Prinzen, der Ivy ebenfalls nicht kaltlässt. An dieser Stelle geht die Geschichte dann ihren ganz eigenen Weg.
Ein weiterer wichtiger Handlungsstrang ist die Beziehung zwischen Ivy und ihrer Schwester. Ivy möchte unbedingt herausfinden, was in der Zeit passiert ist, an die sich ihre Schwester nicht mehr erinnern kann. Dieser Aspekt hat der Geschichte für mich zusätzliche Tiefe verliehen und dafür gesorgt, dass es nicht ausschließlich um den Wettbewerb ging.
Ich würde „The Rose Bargain – Hof der Dornen“ deshalb keinesfalls als Kopie von Selection bezeichnen. Vielleicht diente die Reihe als Inspiration oder Ausgangspunkt, doch Sasha Peyton Smith entwickelt daraus viele eigene Ideen und setzt ihren ganz eigenen Schwerpunkt.
Besonders gut gefallen hat mir, dass auch die anderen Teilnehmerinnen immer wieder eigene Kapitel aus ihrer Perspektive bekommen. Dadurch lernen wir ihre Geschichten, Beweggründe und Hoffnungen kennen. Das hat dem Buch meiner Meinung nach unglaublich gutgetan. Die anderen Frauen waren dadurch nicht einfach nur Ivys Konkurrentinnen, sondern eigenständige Charaktere, mit denen man teilweise sogar mitgefühlt hat.
Das Love Triangle zwischen Ivy und den beiden Prinzen konnte mich dagegen nicht ganz überzeugen. Für mich war relativ schnell erkennbar, für welchen der beiden sie romantische Gefühle entwickelt und wen sie eher auf freundschaftlicher Ebene sieht. Deshalb habe ich hier leider nicht besonders mitgefiebert. Stattdessen tat mir einer der beiden Prinzen oft einfach leid, weil ihm über weite Strecken etwas vorgespielt wurde. Wobei sich auch hier gegen Ende noch ein Plot Twist ergibt, den ich überhaupt nicht habe kommen sehen und der die gesamte Situation noch einmal in ein ganz anderes Licht rückt.
Insgesamt hatte „The Rose Bargain – Hof der Dornen“ für mich unglaublich viele spannende Ansätze. Neben dem nostalgischen Gefühl, das mich immer wieder an Selection erinnert hat, bringt das Buch viele originelle Ideen mit. Trotzdem bleibt es für mich leider hinter seinem Potenzial zurück. Vieles wirkte auf mich zu oberflächlich und die Handlung schritt stellenweise zu schnell voran. Gerade für die Prüfungen und die Ereignisse im Mittelteil hätte ich mir deutlich mehr Zeit gewünscht. Meiner Meinung nach hätte der Reihe ein dritter Band sogar gutgetan, damit sich Welt, Figuren und Handlung noch stärker hätten entfalten können.
Das Ende hat mich dann allerdings noch einmal richtig überrascht. Der große Plot Twist kam für mich völlig unerwartet, was tatsächlich nicht oft passiert. Gleichzeitig habe ich jetzt aber das Gefühl, dass der zweite Band im Großen und Ganzen recht vorhersehbar sein könnte. Natürlich kenne ich die Details noch nicht, aber ich glaube schon zu ahnen, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird, weshalb ich aktuell nicht vor habe den nächsten Teil zu lesen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „The Rose Bargain – Hof der Dornen“ für mich leider hinter seinem eigenen Potenzial geblieben ist. Das Buch hat viele wirklich starke Elemente und einige großartige Ideen, die meiner Meinung nach mit etwas mehr Zeit und Tiefe noch deutlich mehr Wirkung hätten entfalten können.
