Rezensionen

Rezension: Das Haus aus Perlmutt* von Esther Destratis

Bewertung: 3 von 5.

“Alles Materielle, was wir haben, ist sowieso nur eine Leihgabe im Leben.”

Esther Destratis

Egal wie lange man verheiratet ist, es kann dennoch vom einem auf den anderen Tag vorbei sein. Genau das muss Giovanna am eigenen Leib erfahren. Denn ihr Mann Henry will die Scheidung. Schon seit Monaten betrügt er Giovanna mit einer anderen Frau. Als diese nun auch noch von ihm ein Kind erwartet, schenkt Henry er seiner Frau endlich reinen Wein ein. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, schlägt er ihr auch noch einen Deal vor. Er bietet ihr einen Haufen Geld an, dafür dass sie ihr gemeinsames Haus räumt. Seine neue Freundin möchte nämlich dort leben und ihr Kind aufziehen. Zunächst weiß Giovanna gar nicht wie sie mit dieser neuen Wendung ihres Lebens klarkommen soll. Doch plötzlich fällt ihr ein, dass sie als junge Erwachsene einen Traum hatte, der nie in Erfüllung ging. Einmal nach Irland reisen. Ihr Tochter ist in den USA, ihr Mann hat sie betrogen und will die Scheidung, ihr steht eine große Summe an Geld zur Verfügung – warum also nicht?

Giovanna beschließt, dass es Zeit ist ihren damaligen Traum endlich in die Realität umzusetzen. Von heute auf morgen packt sie die wichtigsten Dinge zusammen, lagert einen Teil bei einer guten Freundin ein und schon beginnt das Abenteuer, nach dem sich Giovanna schon seit ihrer Jugend sehnt.

Charaktere:

Von Giovanna kann man nur beeindruckt sein. Trotz eines so herben Schlags rafft sie sich in Rekordzeit wieder auf und packt ihr Glück beim Schopf. Einerseits finde ich das wirklich umwerfend, andererseits allerdings auch eher unrealistisch. Innerhalb von ein paar Tagen wegstecken, dass der Mann, mit dem man seit Jahren verheiratet ist, einen seit Monaten oder Jahren betrügt, eine andere Frau geschwängert hat und nun mit der neuen Familie im eigenen Haus leben möchte? Also das ist schon wirklich eine Menge, um einfach zu sagen: „Ich packe ein paar Sachen und erfülle mir meinen Jugendtraum“. Ich hätte es realistisch gefunden, hätte sie etwas länger getrauert und sich dann erst aufgerafft.

Henry und seine neue Freundin mache ich mal einem Absatz. Absolut furchtbar die Beiden. Das Buch beginnt in der Vergangenheit mit dem ersten Treffen zwischen Henry und Giovanna. Er bewilligt ihr damals keinen Kredit, weil er sie gerne Daten, sie aber nach Irland reisen möchte. Was ich auch schon nicht in Ordnung fand. Die Tatsache, dass er dann Jahre später sie jedoch betrügt, anstatt sich fair und ehrlich von ihr zu trennen. Wow, einfach nein. Richtig, richtig miese Nummer. Dass seine Freundin dann auch noch verlangt, dass er Giovanna aus dem gemeinsamen Haus ‚wirft‘? Nochmal wow, die beiden verdienen sich wirklich. Einer schlimmer als der andere.

Eine weitere wichtige Rolle spielt Monica. Zu ihr konnte ich leider keinen Bezug finden. Ich hatte im Allgemeinen schon Probleme bei dem Buch, da die Protagonisten einfach deutlich über meiner Altersklasse liegen. Monica mit ihren über 60 und dazu noch ziemlich verbittert war dann leider absolut nicht mein Fall. Allerdings war es schön zu verfolgen, wie sie nach und nach aufgetaut ist und das Giovanna sie mit ihrem Ehrgeiz und Optimismus ein wenig anstecken konnte.

Schreibstil/Spannungsbogen:

Der Schreibstil war in Ordnung, aber auch nicht unbedingt meins. Er war sehr simpel gehalten und mir an manchen Stellen auch ein bisschen zu wenig ausgefeilt. Es hätte für mich gerne ein bisschen ausgeschmückter und runder sein können. Was ich allerdings gut fand, ist das dadurch das Buch nicht zu lange geworden ist. Mal 300 Seiten zu lesen fand ich sehr angenehm. Von der Spannung her konnte es mich leider auch nicht ganz mitreißen. Wie erwähnt bin ich aber vielleicht auch einfach nicht unbedingt in der entsprechenden Zielgruppe für diese Geschichte. Mir war es doch ein bisschen zu unaufgeregt.

Fazit:

Für mich persönlich war „Das Haus aus Perlmutt“ eine ganz nette Geschichte für zwischendurch, die mich aber nicht richtig packen konnte. Wie bereits erwähnt denke ich allerdings auch, dass es wahrscheinlich eher eine ältere Leserschaft ansprechen könnte. Die Charaktere befinden sich in einem Alter zwischen Mitte 40 und 60. Dementsprechend befinden sie sich auch in einem ganz anderen Abschnitt ihres Lebens und haben andere Probleme als ich mit Mitte 20. Weswegen meine Rezension gerne ein bisschen unter Vorbehalt betrachtet werden darf. Wenn ihr gerne Geschichten lest, in denen das Leben einer Person auf den Kopf gestellt wird und diese sich auf beeindruckende Weise wiederaufrichtet, dann könnte dieses Buch etwas für euch sein. Wenn ihr aber vielleicht auch eher etwas jünger, wie ich, seid und eine gewisse Identifikation mit den Charakteren und deren Problem braucht, dann ist dieses Buch vielleicht nicht die beste Wahl für euch. Außer ihr wollt mal etwas Neues, Reiferes testen, dann gebt dem Buch gerne eine Chance. Vielleicht könnt ihr euch ja aber auch einfach besser in eine solche Geschichte hineinversetzen als ich. Auch absolut im Bereich des Möglichen! 😊


Produktdetails:

  • Seitenanzahl: 296
  • Erscheinungsdatum: 15.05.2019
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-1-097-210589
  • Verlag: – Selfpublished –
  • Autor*in: Esther Destratis

* Dieses Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.


Meine Rezension findet ihr des Weiteren auf:


Das Buch ist erhältlich bei:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.