Rezensionen

Rezension: Strange the Dreamer – Der Junge, der träumte* von Laini Taylor

Bewertung: ★ ★ ★

Solange Lazlo Strange zurückdenken kann, war er ein Träumer. Er verschlang ein Buch nach dem andere und mehr als nur einmal träumte er sich selbst in diese magischen und abenteuerlichen Geschichten hinein. Doch eine hatte es ihm besonderes angetan, die Geschichte um die sagenumwobene Stadt Weep. Noch heute kann er sich genau an den Moment erinnern, in dem der Name dieser Stadt durch „Weep“ in den Gedächtnissen der Menschen ersetzt wurde. Die Mehrzahl der Menschen hat das gar nicht so wahrgenommen, sie sind der festen Meinung das die Stadt schon immer Weep hieß. Doch Lazlo Strange weiß es besser … nur wer glaubt schonen einem kleinen, unbedeutenden Bibliothekar?

Doch als eines Tages eine Gruppe in Lazlos Stadt kommt, welche nach mutigen Menschen sucht, die sie nach Weep begleiten, ist endlich seine Chance gekommen. Er fasst all seinen Mut zusammen, schließt sich der Gruppe an und lässt sein bisheriges Leben hinter sich. Die Reise ist schwer und anstrengend, vor allem für Lazlo, der bisher in einer Bibliothek gearbeitet hat. Doch er lässt sich nicht unterkriegen, sein Körper wird von den Anstrengungen geformt und schließlich kommt er vollkommen verändert in der sagenumwobenen Stadt an … nur ist diese nicht ansatzweise so, wie es sich Lazlo Strange immer ausgemalt hatte …

Charaktere:

Der Satz: „Lazlo Strange ist ein Träumer“, beschreibt seinen Charakter tatsächlich sehr gut. Lazlo ist ohne Familie aufgewachsen, er wurde bei einem Kloster ausgesetzt und hatte eine dementsprechende Kindheit. Es war nicht unbedingt viel mit Spaß und Freiheit. Er hatte sich an Regeln zu halten und Disziplin zu erlernen … und das unter anderem durch Gewalt. Doch trotz alledem, hat er immer von einem anderen Leben geträumt. Ein Leben, in dem er ein mutiger Held ist, der Abenteuer sucht und findet. Selbst als erwachsener Bibliothekar hat er diese Hoffnung nie ganz aufgegeben, natürlich hat er mit fortschreitendem Alter immer weniger damit gerechnet, doch sein Warten wurde schließlich belohnt.

Neben Lazlo gibt es noch sehr viele anderen Charaktere, beispielsweise den „Goldjungen“ seiner Herkunftsstadt. Dieser ist Alchemist und hat es geschafft Gold herzustellen … was allerdings niemand sonst weiß, ist das Lazlo ihm dazu verholfen hat. Anstatt jedoch dankbar dafür zu sein, hält er Lazlo möglichst klein. Selbst auf der Reise, auf die sie beide gehen, lässt er keine Möglichkeit verstreichen gegen Lazlo zu sticheln. Doch glücklicherweise findet dieser unter den Reisenden auch Freunde.
Da es sehr viele Charaktere gibt und einige auch erst im Laufe der Handlung dazustoßen, will ich an dieser Stelle gar nicht so viel Vorwegnehmen. Es sei einfach gesagt, dass es wirklich tolle, vielschichtige und interessante Figuren in dieser Geschichte gibt.

Schreibstil/Spannungsbogen:

Der Schreibstil des Buchs hat mir wirklich gut gefallen. Er ist passend zu dem Buch ein bisschen mystisch und altertümlich. Für mich daher wirklich ideal für ein Fantasybuch. Der Leser bekommt das Gefühl in eine andere Welt zu gleiten. Was mir allerdings gefehlt hat, war teilweise die Spannung. Ich habe leider sehr oft das Buch zur Seite gelegt, weil ich einfach nicht wirklich gefesselt war. Es gab zwar auch Abschnitte, die ich wirklich gut und interessant gefunden habe, … aber alles in allen war der erste Band der Dilogie eigentlich nur eine Hinführung zur Handlung. Im englischen Original ist das Buch auch nicht in zwei Teile aufgeteilt. Meiner Meinung nach wäre das im Deutschen auch besser gewesen, da man so wahrscheinlich eher weiterlesen würde, als sich ein zweites Buch zu kaufen, nachdem das erste nicht ganz so spannend war.

Fazit:

Prinzipiell denke ich, dass das Buch durchaus Potenzial hat bzw. beide Teile zusammen. Ich vermute, dass im zweiten Band sehr viel Spannung auf den Leser warten wird … allerdings bin ich durch den ersten Band bisher nicht wirklich sehr motiviert gewesen weiterzulesen. Mir ist die Hinleitung zu lange ausgefallen und vor allem finde ich es vom Verlag nicht so eine gute Idee, dass Buch aufzuteilen. Sicherlich werden sie dafür ihre Gründe gehabt haben, aber ich persönlich hätte das zweite Buch wahrscheinlich nicht gekauft, hätte ich es nicht netterweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen. Würde es hingegen ein einziges Buch sein, wie im Original angedacht, wäre man sicherlich eher motiviert weiterzulesen und würde dann vom zweiten Teil der Handlung höchstwahrscheinlich mitgerissen werden. Zusammenfassend würde ich sagen, wenn euch das Buch interessiert, kauft beide Bände direkt zusammen … mit dem ersten alleine, werdet ihr, meiner Meinung nach, nicht glücklich. Ich denke im Ganzen werden beide Bücher zusammen gut sein, aber der erste einzeln betrachtet, war für mich leider etwas enttäuschend und zu wenig spannungsgeladen.


Produktdetails:

  • Seitenanzahl: 352
  • Erscheinungsdatum: 30.09.2019
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3-8466-0085-6
  • Verlag: ONE
  • Autor: Laini Taylor
  • Übersetzer: Ulrike Raimer-Nolte

* Dieses Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.


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(1) Kommentar

  1. sagt:

    Liebe Anna,

    wieder so ein Buch das einem dauernd begegnet… Dank deiner Rezension werde ich es nicht lesen ich denke dafür warten einfach zu viele andere Bücher auf einen 🙂
    Dabei hat es sich auf dem Klappentext so gut angehört.

    LG Lisa

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