Rezensionen

Rezension: Alles Okay* von Nina LaCour

Bewertung: ★ ★ ★ ★

Marin hat ihr altes Leben hinter sich gelassen. Vom einen auf den anderen Tag hat sie so ziemlich alles hinter sich gelassen, ihre Besitztümer, ihre Freunde … eigentlich so gut wie alles was ihr Leben bisher prägte. Der Auslöser für diese drastische Entscheidung war der Tod ihres Großvaters, welcher bis dahin ihr einziger Angehöriger war. Marins Eltern sind schon früh gestorben, sodass ihr Großvater sie zu sich nahm. Die Beiden führten ihre ganz eigene Art von Beziehung … vielleicht eine die nach Außen ein wenig seltsam wirkte, aber den beiden das gab, was sie brauchten.

Nachdem Marin einfach weggelaufen war, verbrachte sie einige Wochen in einem Motel, bevor sie schließlich auf ein Collage am anderen Ende des Landes ging. Als nun das erste Weihnachtsfest ansteht, bekommt Marin Besuch von ihrer ehemals besten Freundin Mabel. Die Stimmung zwischen den beiden Mädchen ist anfänglich nicht besonders gut. Zu viele ungesagte Dinge stehen zwischen ihnen und belasten ihre eigentlich enge Beziehung zueinander. Obwohl Mabel dachte alles über Marin und ihren Großvater zu wissen, muss sie bald herausfinden, dass selbst Marin ihren Großvater nicht ausreichend kannte. Wenn ihr wissen wollt, ob Marin und Mabel ihre Freundschaft doch noch retten konnten und welches Geheimnis Marins Großvater mit ins Grab nahm, empfehle ich euch das Buch selbst zu lesen, ich will ja nicht alle spannenden Wendungen vorwegnehmen 😉

Charaktere:

Marin ist ein sehr in sich gekehrter Charakter, was nach den Dingen, die sie durchgemacht hat, aber auch vollkommen nachvollziehbar ist. Anhand der Auszüge, die in der Vergangenheit spielen, kann der Leser erahnen, dass sie nicht immer so war, sondern das viele Ereignisse dazu geführt haben, dass sie sich nun so zurückzieht und Probleme hat sowohl neue Freundschaften zuzulassen, als auch sich mit Mabel auszusprechen. Im Laufe des Buchs merkt der Leser allerdings, dass Marin beginnt sich wieder etwas zu öffnen und Menschen in ihr Leben zu lassen. Dazu gehört vor allem ihre ehemals beste Freundin Mabel. Durch Ereignisse, die ich nicht vorwegnehmen möchte, kam es zu einer Entfremdung der Beiden. Vor allem aber, dass Marin einfach alle Brücken hat abbrechen lassen, hat Mabel, verständlicherweise, sehr verletzt. Doch trotz allem gibt Mabel ihre Freundin nicht auf, sie versucht sogar Marin davon zu überzeugen wieder mit nach Hause zu kommen und bei ihrer Familie einzuziehen.

„Alles Okay“, porträtiert eine Freundschaft und deren Wichtigkeit im Leben zweier Mädchen auf eine wunderschöne Weise.

Schreibstil/Spannungsbogen:

Der Schreibstil war sehr angenehm. Da es ein Jugendroman ist, ist es auch dementsprechend relativ umgangssprachlich und gut verständlich geschrieben. Auch das liebevoll gestaltete Layout hat mir wirklich gut gefallen. Die Spannung betreffend bin ich ein bisschen im Zwiespalt … es gab sehr viele Wendungen und Ereignisse, die ich nicht habe, kommen sehen, was ich als sehr positiv empfinde, dennoch war es für mich persönlich nur bedingt fesselnd.

Fazit:

Alles in allen fand ich „Alles Okay“, einen schönen, emotionalen Jugendroman. Ich denke, dass ich nicht mehr so ganz der Zielgruppe entspreche und mich deshalb nicht hundertprozentig in das Buch hineinfühlen konnte. Es gab Stellen im Buch, die mich an meine Teenager Zeit erinnert haben. Hätte ich es damals gelesen, hätte ich vermutlich noch deutlich mehr als heutzutage beim Lesen empfunden. Unabhängig davon hallte ich es für eine interessante Geschichte mit viel Tiefe und Emotionen. Dadurch, dass es auch nur rund 200 Seiten hat, kann es schnell und, wenn man möchte, an einem Stück durchgelesen werden. Für mich ist es kein Buch, dass man unbedingt lesen muss, aber, wenn einen der Klappentext anspricht, ist es auf jeden Fall kein Fehlkauf!
Ich könnte mir außerdem gut vorstellen, dass vor allem jüngere Leser sehr davon angesprochen werden könnten. Aber auch für Mid-20+ Leser kann es ein potenzielles Lesehighlight sein. Sollte das Buch euer Interesse geweckt haben, lest es einfach und bildet euch eure eigene Meinung 🙂 ♥


Produktdetails:

  • Seitenanzahl: 208
  • Erscheinungsdatum: 19.08.2019
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3-446-26435-9
  • Verlag: Carl Hanser Verlag
  • Autor: Nina LaCour
  • Originaltitel: We Are Okay
  • Übersetzer: Sophie Zeitz

* Dieses Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.


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